Die Partikeln sind zurückVor sehr, sehr langer Zeit waren sie die Karpfenköder schlecht hin, heute sind sie zum Großteil Geschichte. Durch die Boilie-Ära verdrängt und schnell in Vergessenheit geraten. Was ich meine, sind Massenfuttermittel wie kleine Samen, Bohnen, Getreide, Erbsen und diverse Nüsse, auch bekannt unter der Bezeichnung "Partikel".Sehr, sehr viele Leute benutzen heute diese Köder, um damit große Futterteppiche anzulegen und um die Kosten einer Futteraktion zusenken. Stimmt, dagegen kann ich nicht viel einwenden… will ich auch gar nicht. Ich möchte Interessierten lediglich einen kleinen Einblick in die Vielfalt und Zubereitung dieser Köder geben. Jeder geht dabei seinen eigenenWeg. Die von mir verwendeten Partikel sind: Mais und Tigernüsse. Ich werde nun im Einzelnen auf die verschieden Sorten eingehen undmeine Verwendung und Zubereitung beschreiben.MaisDabei handelt es sich um so genannten Hartmais bzw. Futtermais. Mais ist wohl der bekannteste und am häufigsten benutzte Partikel den es gibt. Er ist extrem billig und leicht bei jedem Lagerhaus erhältlich. Vor der Verwendung muss man ihn allerdings erst mindestens 12 std. (besser 24 std. und mehr) einweichen. Diese Zeit benötigen die Körner um sich mit Wasser voll zu saugen. Nach diesem Vorgang ist es wichtig, dass man die Körner - nach kurzem Aufkochen - für ca. 20 min köcheln lässt. Durch den Kochvorgang werden die Kohlenhydrate aufgeschlossen und entfalten so ihr komplettes Aroma (Geruch und Geschmack). Wenn ich mit Mais als Hakenköder fische, so präsentiere ich ihn meistens als Pop up. Für diese Art der Präsentation verwende ich Pop-up-Foam (am liebsten in gelb). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gerade im Sommer bei hohen Wassertemperaturen mitschwimmendem Mais erstklassige Erfolge erzielt, wenn man die komplette Vorfachlänge aufpoppt. Die Vorfachlänge kann im Sommer dannruhig mal 30-60cm betragen. Somit erreicht man auch die umherziehenden Fische, die unseren Hakenköder aus Neugierde (durch die grelleFarbe!?) aufnehmen. Aber auch als normaler Bodenköder ist Mais eine fängige Alternative zu unseren geliebtenBoilies.TigernüsseEin klasse Köder, ist er einmal in einem Gewässer etabliert. Ein Köder der nicht in jedem Gewässer so gut funktioniert. Man muss ihn lange Zeit vorfüttern, bis seine Effektivität zur Geltung kommt. Doch wie gesagt, er läuft nicht in jedem Gewässer optimal. Tigernüsse stellen jedoch mehr als eine Alternative dar, wenn man nicht mit Boilies fischen kann oder will. Sei es wegen eines Boilieverbotes oder wegen einer Krebs-/Zwergwelsplage. Die Zubereitung ist ein wenig umständlicher als bei den bisherigen Partikeln. Ich weiche meine Nüsse (Nein, nicht die…) mindestens 24 Stunden ein, bevor ich sie für gute 30-40 Minuten koche. Einige Spezialisten kochen sie um einiges länger (bis über eine Stunde…), doch ich denke nicht, dass man Tigernüsse wirklich weich kochen kann! Der Sinn des Kochvorgangs ist es, die Bakterien und den Keim zu töten und nicht um alle Inhaltsstoffe zu vernichten. Die angegebene Zeit reicht vollkommen aus um dies zu gewährleisten. Außerdem lieben die Karpfen das Aufknacken, um an den süßlichen Eigengeschmack zu gelangen. Tigernüsse biete ich - wie sollte es anders sein - an der Haar-Montage an. Ein bis zwei aufgezogene Nüsse arbeiten hervorragend, auch als Pop up.Trotz gut vorbereiteten Partikeln und ausgeklügelten Boiliemixen steht und fällt alles mit der Location. Sie ist und bleibt das lebenswichtige Glied an erster Stelle! So, und jetzt wünsche euch eine erfolgreiche Zeit am Wasser, denn ich geh` jetzt fischen… und meine Partikel sind auch wieder dabei! Petri Johann